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Was war hier eigentlich 1933-1945?
Wir setzen und zusammen auseinander!
Eine Veranstaltungsreihe zur künstlerischen, partizipativen und pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus von Felix Forsbach.
„Hitler war Kommunist“ / „Unsere Vorfahren waren keine Verbrecher“ / „Das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“ / „Denkmal der Schande“
Das sind prominente Beispiele des öffentlichen Diskurses, die die kulturkämpferische Taktik der Verschiebung des Sagbaren zusammenfassen. Diese Aussagen von Alice Weidel, Maximilian Krah, Mathias Helferich und Anderen haben eine gemeinsame Wurzel: Sie sind geschichtsrevisionistisch und verändern den Diskurs der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Jens-Christian Wagner – Leiter der KZ-Gedenkstätte Buchenwald – spricht von einem „erinnerungskulturellen Klimawandel“. Es geht darum die deutsche Geschichte im Sinne einer Klitterung, Verharmlosung, Beschönigung, Rechtfertigung bis Entkriminalisierung des Nationalsozialismus für persönliche – vor allem aber politische Zwecke – umzuschreiben.
Was zwischen 1933 und 1945 tatsächlich geschehen ist und im „kollektiven Gedächtnis“ nachhaltig erhalten bleibt, muss argumentativ vor Ort im sozialen Nahraum – in den Kommunen, Nachbarschaften und Familien – pro-aktiv verteidigt werden. Gefühlte Wahrheiten und Fake-History, Opfer- und Verschwörungs-Mythen unterstützen das Verdrängen, Vergessen und Verschweigen. Das Verschweigen, Verdrängen und Vergessen haben eine lange Tradition in Deutschland.
Wir müssen uns vermehrt zusammen auseinandersetzen um die Wurzeln und Verbindungen des Geschichtsrevisionismus zu erkennen und diesem entgegen zu wirken. Das ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe von Felix Forsbach. Er vertritt die These, dass die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sich verändern muss und schlägt das Konzept des emotionalen und geografischen Nahbereichs vor.
Ein Beispiel seiner künstlerischen Arbeit zu diesem Themenkomplex ist die soziale Plastik „augustusburger protokolle“. In dieser Arbeit setzt er sich seit 2021 kontinuierlich mit dem Nationalsozialismus in der sächsischen Kleinstadt Augustusburg auseinander. Teil dieses Kunstwerks waren u.a. das „gescheiterte Mahnmal zum Gedenken an den Todesmarsch vom 13. März 1945“, ein Theaterstück mit Jugendlichen, eine Veranstaltungsreihe mit überregionaler Reichweite und internationalen Künstler:innen wie Henrike Naumann, Mirjam Zadoff, Jan St. Werner, Max Czollek und vielen anderen. Aufbauend auf seine künstlerische Arbeit ist er derzeit gefragter Referent zu den Themen Vermittlung des Nationalsozialismus, Umgang mit Hass, menschenverachtenden Einstellungen und Neonazismus in Bildungseinrichtungen und Schulen. Er gibt Workshops zum Thema Geschichtsrevisionismus.
In der Veranstaltungsreihe „Wir setzen und zusammen auseinander“ wird er seine Praxis und Projekte in einem Vortrag, Workshop und einer Ausstellung in Bamberg präsentieren. Wir laden ein uns zusammen auseinanderzusetzen.
Programm:
27.3.2026⎥ Ausstellung „augustusburger protokolle“⎥ 18:00 Uhr⎥ Bamberg, Franz KAfkA – Jäckstraße 27 (keine Anmeldung notwendig)
Ausstellung der sozialen Plastik „augustusburger protokolle“ mit anschließendem Gespräch über die Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.
28.3.2026⎥ Vortrag „Geschichtsrevisionismus“⎥ 19:00 Uhr⎥ Bamberg (Ort wird nach der Anmeldung bekannt gegeben – Anmeldung ist notwendig)
Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema Geschichtsrevisionismus in der gegenwärtigen Politik, dem poltischen Vorfeld und der öffentlichen Diskussion.
29.3.2026⎥ Workshop „Auseinandersetuung mit dem Nationalsozialismus“⎥ 11:00-16:00 Uhr⎥ Bamberg (Ort wird nach der Anmeldung bekannt gegeben – Anmeldung ist notwendig)
Workshop zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im emotionalen und geografischen Nahbereich. In dem interaktiven Workshop setzen wir uns mit der Recherche zur eigenen Familie im Nationalsozialismus und dem NS in der unmittelbaren Umgebung Bambergs auseinander.
Die Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen ist hier möglich. Circa eine Woche vor der Veranstaltung erhälst Du per Mail die genauen Infos zur Veranstaltung sowie die Adresse der Veranstaltung. Bei Fragen kannst Du dich gern per Mail an hans@franzkafkaverein.de melden. (Die Anzahl der Teilnehmer:innen ist begrenzt.)
Alle Veranstaltungen sind Dank der Förderung durch die Adalbert-Raps-Stiftung kostenfrei, Spenden jedoch herzlich willkommen.
Anmeldung Veranstaltungsreihe: "Was war hier eigentlich 1933 - 1945?"
Kleingedrucktes: Hausrecht
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Ist ein solcher Ausschluss bereits in der Einladung erfolgt, kann die Veranstaltungsleitung die ausgeschlossenen Personen daran hindern, an der Veranstaltung teilzunehmen. Wollen sie den Veranstaltungsort dennoch betreten, kann die Veranstaltungsleitung mit Hilfe der Polizei die unerwünschten Personen vom Veranstaltungsort entfernen lassen.